Aber so ist das Leben. Ich bin eben auch nur ein Mensch, der keineswegs vor Rückschlägen gefeit ist. Und die ersten beiden Wochen waren mir ohnehin sehr suspekt, weil ich ganz easy auf Zucker verzichten konnte - in Woche 3 bekam ich nun die Rechnung präsentiert. In Form unmenschlicher Gelüste. Irgendwie konnte ich mich nach diesen beiden "Schicksals-Tagen" mental dann doch wieder soweit bringen, mein Projekt weiter durchzuziehen.
Geholfen hat mir das Motto meines Lieblings-Moderators, Armin Wolf (moderiert die ZIB 2 im ORF):
Try. Fail. Try again. Fail again. Fail better.
Selbst er, eine Koryphäe seines Faches und absolutes Vorbild in professionellem Auftreten und lockerer Moderation, erleidet Misserfolge bzw. blickt immer kritisch auf sein Tun. Dieser Spruch kam also genau zur rechten Zeit für mich.
Um es auf mein Projekt umzulegen: nur nicht den Mut verlieren! Ich habe mich zwar zwei Mal verführen lassen, doch das ist noch lange kein Grund, alles hinzuschmeißen. Sondern viel mehr ein Grund, jetzt erst recht den Zucker aus meinem Leben zu streichen und ihm den Kampf anzusagen. Denn diese Abhängigkeit, dieses Haben-müssen, sofort, sonst sinkt die Laune meilenweit in den Keller, ist mir ein wahrer Dorn im Auge.
Begleitet und aufgebaut hat mich diese Woche: Musik.Ganz konkret von AnnenMayKantereit: Oft gefragt und Barfuß am Klavier sind seine beiden schönsten Lieder. Er hat eine so wunderbar tiefe Stimme!
Snacks für Zwischendurch: Ich bin ja lernfähig :) Um oben genannte Heißhunger-Attacken gar nicht erst entstehen zu lassen, habe ich mir nachmittags eine Avocado oder eine Banane zerdrückt, einen Teelöffel (ungesüßtes) Kakaopulver dazugegeben und mit Sesam bestreut. Schmeckt himmlisch!
Kino-Tipp: Passend zu meinem "Projekt Zuckerfrei" läuft momentan der Film "Voll verzuckert" in den heimischen Kinos. Am Samstag guckte ich mir den Film an. Zuerst einmal: diese Doku ist absolut sehenswert und jedem zu empfehlen, der sich für das Thema Zucker und deren Auswirkungen auf den Körper interessiert. Überhaupt sollte jeder diese Doku sehen! Sie ist nicht nur informativ, sondern auch oft zum Schmunzeln und mit vielen tolen Effekten produziert.
Ganz kurz zum Inhalt: ein junger Australier, der sich bis zum Projekt-Start gesund und großteils zuckerfrei ernährt hat, wollte sich für 2 Monate die Zucker-Durchschnitts-Ration eines Australiers pro Tag einverleiben. Und die gesundheitlichen, körperlichen und psychischen Auswirkungen beobachten. Dabei ernährte er sich aber nicht von offensichtlichen "Zuckerbomben" wie Schokolade, Kuchen, Kekse usw., sondern nahm seine tägliche Zuckerdosis in Form vermeintlich "gesunder" (lt. Werbung) Lebensmittel zu sich. Also Frühstücksflocken, Fruchtsäfte, Müsliriegel, Fruchtjoghurts usw. Alles das, was viele Kinder (und natürlich auch Erwachsene) tagtäglich zu sich nehmen.
Nun, was schätzt ihr, ist die Durchschnitts-Dosis Zucker eines Australiers pro Tag? 40 Stück Zucker! 40 Stück, unfassbar. Doch so unfassbar ist das gar nicht: 1/2 l Cola beinhaltet schon ganze 15 Stück Würfelzucker. Und ein halber Liter Cola schnell mal runtergekippt.
Die Auswirkungen auf die Testperson waren nach der 2-monatigen zuckerlastigen Ernährung enorm: ca. 9 kg Gewichtszunahme (am Bauch), es hat sich eine vollständige Fettleber (!!) entwickelt, die Butfett-Werte waren erschreckend hoch. Zu diesen nachprüfbaren Werten kamen Konzentrationsschwäche, Leistungstiefs, Heißhungerattacken und eine schlechte Schlafqualität. Selbst die Ärzte, die dieses Vorhaben begleiteten, waren schockiert über die schnelle Verschlechterung des Gesundheitszustandes.
Diese Doku hat mein Vorhaben auf alle Fälle gestärkt. Zucker im Übermaß ist Gift für unseren Körper.
Übrigens empfiehlt die WHO nicht mehr als 25 g Zucker (entspricht 6 Stück Würfelzucker) pro Tag zu sich zu nehmen. Damit sind der zugesetzte Zucker in Speisen und natürlich die gesamten Süßigkeiten gemeint.
Doch so gut die Ratschläge der WHO auch sein mögen, sie haben die Rechnung ohne die Zucker-Lobby und die Konzerne gemacht, die mit zuckerhaltigen Lebensmitteln ihr Geld verdienen. In ausgeklügelster Art und Weise wird durch Wissenschaftler und Experten die optimale Zuckermenge (nicht zu süß und nicht zu sauer) für ein Produkt ermittelt, damit es sich gut verkauft. Das Geld klingelt in deren Ohren und ist das einzige, was sie interessiert. Reißender Absatz und ein möglichst hoher Gewinn. Zulasten unserer Gesundheit.
Also, Memo an uns alle:
6 Stück Würfelzucker (25g) pro Tag sind erlaubt, ohne gesundheitliche Konsequenzen (nach derzeitigem Forschungsstand). Unsere Gesundheit wird es uns danken!
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